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Da dieser Wettbewerb in Deutschland durchgeführt wird und der Namensgeber zu den größten Geigenbauern zählt,
sei eine besondere Erwähnung der deutschen Geigenbaukunst erlaubt. Allein die Tatsache, dass die Stainer-Instrumente
zu seiner Zeit den italienischen überlegen waren und von Bach und Mozart gespielt wurden oder fürstliche Orchester aus
Stainer-Instrumenten bestanden, belegt deren aussergewöhnliche Qualität. Auch die Schwarzwälder Geigenbauer mit Markus
Straub, Friedenweiler, Josef Straub, Röthenbach oder dem Freiburger Meister Johann Conrad Ergele schließen an diese
Tradition an, die bis zu dem Freiburger Geigenbaumeister Hans Schicker führt. Dieser ist nicht nur Mitbegründer des
Stainer Wettbewerbes, sondern stellte seine süddeutsche Geigenbausammlung dem letzten Wettbewerb für eine Ausstellung
zur Verfügung. Leider ist es nicht gelungen, diese Sammlung zu erwerben.
In der Tonkunst kommt es auf den Ton an, auf das Ohr und nicht auf das Auge; denn das Auge ist primitiver als das Ohr.
Wie brauchbar ist ein Instrument für die Kunst? ist eine entscheidende Frage. Die These "Ein schön aussehendes
Instrument klingt auch gut" führt meist zu einer übergewichtigen Bevorzugung des Aussehens. Diese ästhetische Ansprache
ist natürlich ein positiver Anreiz, aber die "Kunst des Klanges", wenn es diese Formulierung denn gäbe, wäre noch mehr.
Die positive Bilanz der "Zwanzig Jahre Geigenbauwettbewerb Jacobus Stainer" zeigt sich besonders auf diesem Gebiet. Eine
wachsende Zahl besonders junger Künstler spielen Instrumente des Wettbewerbes, und nicht nur prämierte Instrumente.
Gerade im letzten Wettbewerb war das klangliche Niveau vieler Instrumente sehr hoch, was die Jury schon beim öffentlichen
Anspielen in der ersten und zweiten Runde vor eine schwere Aufgabe stellte. Dies setzte sich bei den Konzerten des
Festivals fort, was aber auch vom Publikum honoriert wurde. Auch der 7. Stainer Wettbewerb möchte wieder inspirierend
wirken und durch diesen Klangvergleich den verschiedenen Charakteren den offenen Raum bieten, der anregend für
Geigenbauer und Publikum wirken möge.
Dank an alle Unterstützende dieses Ansinnens und auch den exzellenten Künstlern, die sich dieser Instrumente annehmen
und sich dem Publikum präsentieren.
Wolfgang Marschner
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